DSGVO, Mon­ster oder Segen?

12. September 2018

Die DSGVO ist seit eini­gen Monat­en in Kraft. Für die einen ein bürokratis­ches Mon­ster, für die anderen ein unver­hoffter Glücks­fall. Zeit also, ein erstes Faz­it zu ziehen.

Der Aufwand für die Unternehmen war hoch, viel Zeit musste investiert wer­den, Daten­schutzerk­lärun­gen auf den neuesten Stand zu brin­gen, einen Daten­schutzbeauf­tragten zu benen­nen, Ein­willi­gungserk­lärun­gen für Rund­schreiben per e‑mail mussten einge­holt wer­den, kurzum: der gesamte Daten­verkehr bedurfte in vie­len Punk­ten ein­er kom­plet­ten Über­ar­beitung, um den neuen Bes­tim­mungen gerecht zu wer­den. Bei Nicht­beach­tung dro­hen nach wie vor Strafgelder in Mil­lio­nen­höhe, die für mit­tlere und kleine Unternehmen das Aus bedeuten wür­den. Und natür­lich erschien der Stich­tag der Umstel­lung so plöt­zlich wie son­st nur Wei­h­nacht­en. Immer­hin war die The­matik seit über zwei Jahren bekan­nt, nur geküm­mert haben sich die wenig­sten darum.

Kri­tik­er bemän­geln, dass die neuen Regelun­gen hin­sichtlich des Daten­schutzes gar nicht so neu waren, aber wie immer, steck­te der Teufel im Detail. Dabei kön­nen sich z. B. Empfänger von e‑mails ein­er Bere­ini­gung der teils lästi­gen mail-Fluten erfreuen. Und die Unternehmen haben vielfach die Chance erkan­nt und genutzt, ihre Daten­si­los gründlich zu durch­forsten und aufzuräu­men. Die befürchtete Abmah­n­welle ist bish­er auch nicht einge­treten.

Wenn jet­zt noch der zweite Schritt erfol­gt, vorhan­dene Dat­en ein­er neuen Ver­w­er­tung zuzuführen, z. B. für den Tausch, Verkauf oder Kauf von Dat­en, kön­nte sich das anfängliche Mon­ster noch in einen datengetriebe­nen Segen trans­formieren.