Qual­ity­Land oder end of qual­i­ty?

11. Oktober 2018

Als kür­zlich im deutschen Fernse­hen über ein dig­i­tales Überwachung­spro­jekt in ein­er chi­ne­sis­chen Stadt berichtet wurde, bei dem jed­er Bürg­er mit pos­i­tiv­en oder neg­a­tiv­en Punk­ten bew­ertet wird, sollte man glauben, George Orwell bestellt Grüße aus 1984. Eine aktuelle Ver­sion Orwells bietet jet­zt der satirische Roman „QUALITYLAND“ von Mark Uwe Kling, bei dessen Lek­türe einem oft­mals das Lachen im Halse steck­en bleibt. Dabei ist die Real­ität längst viel weit­er, wie Shosana Zuboff in ihrem neuen Buch „Das Zeital­ter des Überwachungskap­i­tal­is­mus“ aus­führlich dar­legt.

Google und Co. saugen täglich Mil­lio­nen von Dat­en aus unserem Pri­vatleben, ohne sich groß um Pri­vat­sphäre oder Daten­schutz zu scheren. Das Geschäftsmod­ell ist die Vorherse­hbarkeit unseres Tuns und Lassens mit dem Ziel uns zu den gewün­scht­en Einkäufen etc. zu ver­an­lassen. Für Google und andere Datenkrak­en ein unendlich­es Mar­ket­ing Tool, um Mil­liar­dengewinne zu gener­ieren. Um noch ger­ade rechtzeit­ig gegen­s­teuern zu kön­nen, bedarf es nicht nur eines entsprechen­den Regel­w­erks son­dern auch geeigneter Sys­temar­chitek­turen, die Daten­schutz und Daten­sou­veränität gewährleis­ten.

(Mark Uwe Kling: Qualty­Land, Ull­stein Ver­lag, nur in Deutsch erschienen; Shoshana Zuboff: Das Zeital­ter des Überwachungskap­i­tal­is­mus, Cam­pus Ver­lag; The age of Sur­veil­lance Cap­i­tal­ism, 2019 Pub­lic Affairs, New York)